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Sum.Pont. Liturgiefähigkeit - ein Geschenk

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    In seinem Buch „Der Geist der Liturgie“ stellt sich der damalige Kardinal Ratzinger 1999 schon vom Titel her ausdrücklich in die Tradition des Denkens von Romano Guardini. In dem ausführlichen Kapitel über die „tätige Teilnahme“ an der Liturgie geht Ratzinger auch auf die vielfältigen Deutungen und Mißdeutungen dieses Gedankens ein. Dabei bezieht er sich zwar nicht explizit auf Guardinis Frage nach der Fähigkeit des modernen Menschen zum „liturgischen Akt“. Doch da er Guardinis Gerdanken von der „Leiblichkeit“ der Liturgie bereits in der Kapitelüberschrift „Der Leib und die Liturgie“ aufgreift, muß seine Erklärung der eigentlichen Actio der Liturgie im Hochgebet der hl. Messe durchaus als eine indirekte Antwort auf Guardinis Frage verstanden werden. Und diese Antwort macht klar, daß es ohne die von Gott zu erbittende und mit Gottes Hilfe mögliche Fähigkeit jedes Menschen zur Eingliederung in den „liturgischen Akt“ keine Teilnahme am hl. Messopfer geben kann. Die Folgerung liegt auf der Hand: Wäre der moderne Mensch zu dieser Teilnahme prinzipiell unfähig, wäre die Feier der hl. Liturgie überhaupt nicht mehr möglich.

    Einige von Ratzingers Gedanken im Einzelnen (Zitiert nach der deutschen Ausgabe von 2002, Einschübe M.C. in eckiger Klammer und sind mit * markiert):

    Das eucharistische Hochgebet, der „Kanon“, ist wirklich mehr als Rede, ist actio im höchsten Sinne. Denn darin geschieht es, daß die menschliche actio zurücktritt und Raum gibt für die actio divina, das Handeln Gottes.In dieser oratio spricht der Priester mit dem ich des Herrn „Das ist mein Leib“, „das ist mein Blut“ - in dem Wissen, daß er nun nicht mehr aus Eigenem redet, sondern kraft des Sakraments, das er empfangen hat, Stimme des anderen wird, der nun redet, handelt. Dieses Handeln Gottes, das sich durch menschliches Reden hindurch vollzieht, ist die eigentliche „Aktion“, auf die alle Schöpfung wartet: Die Elemente der Erde werden um-substantiiert, sozusagen aus ihrer kreatürlichen Verankerung herausgerissen, im tiefsten Grund ihres Seins erfaßt und umgewandelt in Leib und Blut des Herrn. Der neue Himel und die neue Erde werden antizipiert. (…) (148)

    Aber wie können wir denn an dieser Aktion teil-haben? Sind nicht Gott und Mensch völlig inkommensurabel? Kann der Mensch, der endliche und sündige, mit Gott, dem Unendlichen und Heiligen, kooperieren? Nun, er kann es eben dadurch, daß Gott selbst Mensch wurde, daß er Leib wurde und hier immer wieder neu durch seinen Leib auf uns zugeht, die wir im Leibe leben. Das ganze Ereignis von Inkarnation, Kreuz, Auferstehung, Wiederkunft ist gegenwärtig als die Form, wie Gott den Menschen in die Kooperation mit sich selbst hineinzieht. In der Liturgie drückt sich das, wie wir schon gesehen haben, darin aus, daß zur oratio die Annahmebitte gehört.

    Gewiß, das Opfer des Logos ist schon immer angenommen. Aber wir müssen darum bitten, daß es unser Opfer werde, daß wir selbst, wie wir sagten „logisiert“, logos-gemäß und so wahrer Leib Christi werden. Darum geht es, und das muß erbetet werden.“ (149)



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    Quelle: Summorum Pontificium (vorkonziliärer Ritus)
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