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Über Marienbrücke


Im Boot, ein kleiner Nachen auf offenem Ozean und bin heftig am rudern. Ein einsamer Kampf gegen die Natur. Rudern, weit nach vorne beugen, ausholen, lang durchziehen, wieder und immer wieder. Der Macht einer Welle ist widerstehbar, aber soviele kleine Mächte hintereinander? Eine Welle ist gerade am Boot vorbei und nun sieht sie so aus, als ob sie nie existiert hätte. Sie ist weg und die neuen Wellenkämme stehen Schlange. Alles in der Welt schlängelt sich an Einen heran, gibt sich scheinend, ist der Schein, immer wieder die endlose Schlange neuer Scheine. Der Schein, die Zauberei, die Illusion, alles ist Maya. So ist es in der indischen Mythologie beschrieben, die Weltenmutter. Was nur zwingt mich dazu, dieses Leben immer nur der Mutter des Bodens, der Welt zu widmen? Ich will das nicht mehr, will weg hier, weit weg.

Doch ich sehe nur vielfache leere Horizonte, einer nach dem anderen reihum oder ist es nur ein einziger? Hier ist nur die eine Aussicht. Das Meer ist die Wüste. Sand ist nicht eßbar und Meerwasser trocknet meinen Körper aus. Rudern und dürsten. Handschwielen und Versuchungen. Loslassen und verweltlichen. Einfach nichts mehr tun, nichts vorstellen, nichts versuchen.

Auf hoher See

Ich dümpele und ausschaue, mit der linken Hand am Mast. Es ist alles still jetzt, innehalten und suchen. Nach was? Der kleine Mast, es ist das Kreuz, es war immer schon da. Direkt neben mir und auf meinen Schultern - nie erkannte ich es, schaute immer nur nach unten. Das eigene Kreuz, so wie jeder andere eines hat, es jocht auf den Schultern. Das Kreuz drückt auf's Gemüt, auf den Verstand und mein Ich bemerkte es nicht. Mein Körper wirkte es aus, die ewige Migräne. Sie ist unüberspürbar, tageweise andauernd und reiner Terror. Extremistisch, radikal, vom Kopf her ätzt sie sich faschistisch nicht nur durch den körperlichen Rest, sondern in die ganze Existenz.
Leid in und an der Welt. Meine Vorstellung und die Welt, muß ich auch dieses Meer so leiden? Wie kann ich jemals dieser Welt in die Augen schauen?

Auf hoher See

Rudernd, dümpelnd, stürmend durch die Jahre. Heute erst kniend und betend in Richtung Mast, der nun als Kreuz nach oben aus dem Boot herausragt.
Mir fiel nach langer Zeit der Traum wieder ein, er war nie weg und dachte zwischendurch immer wieder daran. Doch ich konnte nichts damit anfangen, geschweige denn ihn deuten. Nun ist er wieder da, geheilt aus alter Not, hier im Heiland. Ich glaube es, ER hat mir geholfen am rechten Ort und zur rechten Zeit den entscheidenden Hinweis gegeben, als mein Blick nach oben Ausschau hielt.


Auf hoher See

Im Nachttraum (1) sah ich die Marienbrücke. Es hieß im Traum, die Marienbrücke hilft auf dem Weg durch diese Welt um an das Ziel zu kommen. Nicht ein Ziel, sondern das Ziel, wovon meine Seele weiß, bevor ich überhaupt daran denken konnte. Es ist wundervoll, überraschend und erstaunlich, ich lobe freudig und fürchte es. Es ist - Jessesmaria!

May

Geschrieben zwischen Christkönig und dem 1. Advent 2019.


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(1) Der Traum "Marienbrücke" v. 01.06.2017.

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